Die Handschrift

06/01/2026

Die Handschrift ist für mich unerlässlich. Das Handschriftliche ist mit eine der Grundlagen meines Schaffens. Handschrift ist für mich daher eine Wesensäußerung, etwas Organisches. Meine handschriftlichen Gedankenfetzen, Texte oder einfach das Skizzieren einer Idee sind mein wahrer Reichtum. Ich betrachte es auch als mein Glück und es ist für mich wie ein Magnet. Der immer wieder meine Gedanken, meine Vorstellungen, meine Bilder, die im Kopf entstehen, auf sich zieht.

Ich vermeide ganz konsequent das Verschriftlichen meiner Aufzeichnungen in einem Computer. Denn dadurch werden meine Aufzeichnungen zu abstrakten Wörtern, die ich löschen und wieder zurückholen kann. Ein mehr oder weniger beliebiges Verfahren ohne jegliche Magie und Seele.

Ich brauche meine Handschrift, denn sie bringt zu Papier, was vorher lange in meinem Kopf existierte. Es ist die erste Vorstufe, ein Herantasten des noch nicht begonnenen, als in meiner Vorstellung existierenden Bildes. Wenn ich unterwegs bin, mache ich mir manchmal Notizen auf einem Briefumschlag, bedrucktem Papier, oder was ich eben gerade finde. Diese Notizen übertrage ich später nicht in mein Notizbuch, sondern lege diese nur ein, damit sie nicht die Magie des Augenblicks verlieren. Dadurch kann ich mich immer gut an meine erste Idee oder Gedanken gut erinnern.

Schreiben am Computer ist für mich wesenslos. Ich brauche die unmittelbare Nähe zu meinen Aufzeichnungen, um darin dann meine Idee weiterentwickeln zu können, wann immer ich darin lese. Dadurch erwächst langsam und ganz sacht meine Vorstellung von dem, wie ich was umsetzen will. Eine zentrale Frage für mich ist immer: Wie entwickle ich was und wie lässt es sich dann auch umsetzen? Diese Frage wird jeder, der sich mit Kunst beschäftigt, anders beantworten oder eben auch gar nicht.

Es gibt ein Wort, Künstlerthum!! Eine meiner Meinung nach in sich schon ganz und gar überhebliche, fast schon dümmliche Wortformel. Wenn man das Wort im Zusammenhang mit Kunst vergisst, bleibt etwas übrig: die Frage, wie mache ich was und warum? Nicht nur in Bezug auf das Motiv oder die Technik, die ich verwende, sondern mit allem und in meinem Fall mit dem Kosmos, meinem Glauben, der Schöpfung, der Welt und mit der eigenen Person.