Der schöne Morgen

01/07/2026

Sei mir willkommen, Du schöner Morgen, der mich jetzt vom Schlaf zur neuen Tätigkeit weckt, und an welchem ich aufs Neue in Gottes schöne Welt trete.
Wenn ich jetzt gleich mit unserem Hund Pudding spazieren gehe und die schöne Natur rings um mich herum genießen darf, so ist auch mein Herz weit geöffnet und ich werde empfänglicher für mich selbst, meine Sorgen und Nöte, aber auch für alles, was ich heute sehe und höre.
In der Natur komme ich ganz zu mir und schaffe es dadurch immer wieder, mich mit mir selbst intensiv zu beschäftigen.
Einfach nur dazustehen, den Vögeln im Gebüsch, dem Fasan oder der Lärche in der Luft zuzuhören. Die Sonne verbreitet überall ihr Licht und Leben und ihre Strahlen wärmen auch meinen Körper mit ihrer sanften Wärme, die mir ebenso wohl tut wie die erfrischende Kühle des frühen Morgens, die bald der zunehmenden Hitze des Tages weichen wird.
Die grünen Wiesen und Felder stehen heute Morgen noch einmal intensiver vor meinen Augen da als sonst, da sie vom Morgentau getränkt und von der Morgensonne von neuem belebt sind.
Schön lacht mich einfach jede Blume an, die sich nun geöffnet hat, die mit ihren vielfachen Farben spielt und mir ihren Wohlgeruch entgegen duftet. Beglückend ist auch der Anblick so vieler Bäume, die in ihrer vollen Pracht dastehen. Wie schön zu sehen, dass sich Pudding auch an der Natur und seiner Umwelt erfreuen kann und mit vollem Tempo seine Runden auf der Wiese dreht, stehen bleibt und schnuppert, weiterläuft, zu mir zurückkommt, um sich von mir ausgiebig streicheln zu lassen. In diesen Momenten kann ich alle meine kleineren und größeren Sorgen und Nöte vergessen und denke oft bei mir, dass alles doch einem größeren kosmischen Plan folgt, in dem ich ein kleines, bescheidenes Plätzchen einnehmen darf und in dem ich einfach froh für mein Leben sein darf. Demütig gegenüber dem Schöpfer, der mir die Empfindung dafür schenkte, dass ich dies alles so empfinden und genießen darf. Dazu bedarf es weder viel Geld, noch sonst irgendwelcher materieller Dinge, es genügt einfach das Sein im Moment.

“Bin ich in der Natur, werde ich Teil davon“, sagte einmal Pater Anselm Grün. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, denn so einfach wie wahr.

Ich wünsche mir, dass wir uns bewusst werden, dass wir eine große Verantwortung für unsere Umwelt tragen, und dementsprechend handeln. Jeder an seinem Platz und das, was er kann, um auch in Zukunft der Menschheit einen schönen Morgen zu bescheren, dass es keine 26 Grad, in der Gegend, in der ich lebe, schon um 7 Uhr morgens sind und man tagsüber nicht mehr weiß, was man machen soll, um sich durch die vom Klimawandel mit erzeugte Hitze zu schützen, sofern man das überhaupt kann. Ich habe durch meine langen Reisen viele Menschen gesehen, die genau dies nicht können, die in keinen klimatisierten Räumen ein Zuhause haben. Sondern die ganz im Gegenteil vor den klimatischen Umwälzungen in ihrem Heimatland auf der Flucht waren. Zu Hunderten tot angespült im Golf von Aden auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben.

Ich möchte durch meine Kunst dazu beitragen, die Schönheit in kleinen, oft übersehenen Dingen in der Natur zu schärfen und so zu sensibilisieren für das Große und Ganze. Es gibt nur eine Umwelt, in der wir alle leben und für die wir ALLE Verantwortung tragen.