Ausstellungseröffnung Alles in Allem, Heiliger Kosmos der Hildegard von Bingen

21/09/2026

Am vergangenen Mittwoch, den 16. September, wurde meine Ausstellung „Alles in Allem, Heiliger Kosmos der Hildegard von Bingen“ bei meiner Galeristin Carola Persiehl, Galerie Commeter in Hamburg, eröffnet.
Der Besuch übertraf all unsere Erwartungen. Es waren bestimmt mehr als 200 Besucher zur Eröffnung gekommen, die auch ein wirkliches Interesse an meinen Arbeiten hatten, was ich in den vielen Gesprächen auch persönlich erfahren durfte. Es war schön zu sehen, wie meine Arbeiten aufgenommen wurden.

Eine Premiere zur Eröffnung gab es auch, da zum ersten Mal der Öffentlichkeit meine Farbfeldarbeiten vorgestellt wurden. Einem Projekt, mit dem ich schon länger beschäftigt bin und das ich nun ans Licht gelassen habe.
Die Farbfelder haben keine von mir vorab bestimmte Bedeutung, denn jeder spürt beim Betrachten etwas anderes. Sie sind vielmehr reine Werkzeuge, um tiefe Emotionen und spirituelles Erleben zu wecken und somit die Grenze der menschlichen Erfahrung, des Bewusstseins und der greifbaren Wirklichkeit zu überschreiten. Die Beziehung zwischen Bild und Farbe löst kontemplative Gefühle, wie innere Stille, das Betrachten von Gefühlen, sowie einen tiefen inneren Frieden mit sich selbst und der Natur aus. Ein Vehikel der Transzendens, um damit die eigene Seele zu erreichen.

Alles in allem ist die momentane Essenz meiner Beschäftigung mit Hildegard bis hierhin. Sie hat klare Worte nie gescheut.
So kritisierte sie Bischöfe und weltliche Herrscher. Sie forderte von kirchlichen Amtsträgern Barmherzigkeit und Maßhaltung und nahm auch eindeutig Stellung zu kirchenpolitischen Fragen. Hildegard verband Mystik, Theologie, Musik und Naturkunde mit einer ganzheitlichen Sicht des Menschen. Ihre Schriften und ihre Gedanken zu Schöpfung, Gesundheit und geistlichem Leben finden bis heute Beachtung.
Am 7. Oktober 2012 erhob Papst Benedikt XVI. Hildegard von Bingen ohne ein zuvor durchlaufenes formelles Heiligsprechungsverfahren (am 10. Mai 2012 hatte Benedikt XIV. sie im Rahmen einer „equipollenten Kanonisation“ heiliggesprochen) zur Kirchenlehrerin der katholischen Kirche.

Alles in allem ein stiller, achtsamer Blick, der das Verborgene im Offensichtlichen erkennt.

Staunen, sich berühren lassen, nichts zu wissen, offen zu sein für das Wunder im Alltäglichen, z.B. für das Geheimnis, das in einem fallenden Blatt liegt. Dankbarkeit, die aus dem stillen Wissen um das Geschenk des Lebens entsteht. Sehnsucht, diese leuchtende Spur der Seele, ist kein Gefühl des Mangels, sondern ein Wegweiser, der einen an das erinnert, was größer ist als man selbst, und zugleich zutiefst in einem wohnt. Hingabe, das Loslassen des Wollens, das Öffnen der Hände, der Gedanken, des Herzens; der Mut, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen, ohne immer  wissen zu müssen, wohin er führen mag.