Premiere TARO.CAPA.X - eine Langzeitbelichtung", Puppentheaterstück in der Schaubude Berlin

Premiere TARO.CAPA.X - eine Langzeitbelichtung", Puppentheaterstück in der Schaubude Berlin in der Schaubude Berlin. Am Wochenende waren wir in der Schaubude Berlin, um der Premiere von Christiane Zeides Stück beizuwohnen. Ein Puppenspiel, das ich als sehr besonders wahrgenommen habe.
Ich habe selten eine Geschichte über Krieg und vieles, was damit zusammenhängt, intensiver erlebt als hier. Viele Erinnerungen kamen dabei hoch, die ich glücklicherweise jetzt besser händeln kann als früher.
Kurz zur Geschichte, wie es zu der Zusammenarbeit kam: Christine Zeides schrieb mir letztes Jahr eine Mail, ob ich bereit wäre, über meine Erlebnisse als Kriegsfotograf mit ihr zu sprechen, das auch filmisch dokumentiert würde.
Ich sagte zu, wir trafen uns und sprachen dann über sechs Stunden miteinander. Sequenzen aus diesem Interview wurden dann auf die Bühne projiziert und so hörte man dann meine Stimme.
Und sah dazu mein Konterfei, wie ich spreche. Zusätzlich wurden auch noch zwei andere Kriegsfotografen (Ursula Meissner und Andy Spira) interviewt, die dann auf die gleiche Weise in das Stück eingebaut wurden. Zusammen mit der Lebensgeschichte von Robert Capa und Gerda Taro, ihrer Liebesgeschichte und dem Leben als Kriegsfotografen im spanischen Bürgerkrieg hat sich daraus ein Dialog entwickelt, den ich so nicht erwartet hätte.
TARO.CAPA.X - eine Langzeitbelichtung", Puppentheaterstück
Gerda Taro und Robert Capa waren im spanischen Bürgerkrieg als Fotografen im Einsatz. Sie dokumentierten aus nächster Nähe Zerstörung, Tod und Leiden. In ihrer Arbeit bewegen sie sich zwischen verantwortungsvoller Information und künstlerischer Anteilnahme. Das Stück "TARO.CAPA.X" denkt über die Kraft der Bilder nach und würdigt den Mut all derer, die – damals wie auch heute – mit der Kamera von der Grausamkeit des Krieges Zeugnis ablegen.
Gerade in den Zeiten, in denen wir gerade leben, finde ich eine solche Aufführung ganz besonders wichtig. Ein sehr sehenswertes Stück.
Während der Aufführung konnte man eine Stecknadel fallen hören, so packend war das Stück. Am Ende gab es noch ein Nachgespräch mit Ursula und mir, welches durch viele Fragen des Publikums über den geplanten Zeitraum von einer halben Stunde weit hinausging. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, so lange nach meiner aktiven Zeit als Dokumentarfotograf wieder mit meiner eigenen Geschichte so in Berührung zu kommen.
Im Sommer wird das Stück beim Theaterfestival in Rostock gezeigt.


